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Jahresrückblick

21.12.2011

Jahresrückblick

Wieder geht ein Jahr zu Ende, in dem sich die Amnesty International Hochschulgruppe Bonn für die Einhaltung der Menschenrechte weltweit eingesetzt hat.

Das vergangene Jahr stand im Zeichen des 50. Geburtstags von Amnesty International. Die Gründung von Amnesty International erfolgte 1961 durch den britischen Anwalt Peter Benenson. In Portugal waren zwei Studenten verhaftet worden, weil sie auf die Freiheit angestoßen hatten. Im Mai diesen Jahres veröffentlichte er daraufhin in der Zeitung „The Observer“ einen Artikel, in dem er zum „appeal for amnesty“ aufrief. Dies war die Geburtsstunde von Amnesty International. Zum diesjährigen Jubiläum gab es ein großes Echo in den Medien, mit Berichten in Presse, Funk und Fernsehen. Auch unsere Gruppe gab ein Interview für den Sender WDR5. Weiterhin veranstalteten wir eine Party in einem Bonner Studentenwohnheim um dieses freudige Ereignis gebührend zu feiern, bei der ca. 100 Besucher auf die Menschenrechte anstießen. Zum Stichtag 28. Mai zelebrierten wir unser Jubiläum mit Live-Musik und der Luftballonaktion „Mein Menschenrechtswunsch“ in der Bonner Innenstadt. Hier machten wir außerdem mit Straßentheater auf die Menschenrechtslage in Weißrussland aufmerksam und sammelten Unterschriften für Menschen aus den Staaten des Arabischen Frühlings, deren Rechte im Zusammenhang mit den dortigen Revolutionen verletzt worden waren.

Aus unserer Zusammenarbeit mit anderen Bonner Hochschulgruppen ist die Filmreihe „Bonn goes Africa“ entstanden. Im Rahmen dieser Reihe zeigten wir im März den Dokumentarfilm „Im Schatten des Bösen“, der Vergewaltigung als Kriegswaffe und Gewalt gegen Frauen im Kongo thematisiert. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Länderexperten von Amnesty International und des Deutsch-Afrikanischen Zentrums und einer Expertin für Genderstudies statt. Diese Veranstaltung fand großes Interesse und wir sammelten zahlreiche Unterschriften für den Vorsitzenden einer Kinderrechtsorganisation aus Ruanda, der aufgrund seines Engagements für die Menschenrechte Repressionen ausgesetzt war.

Wie auch in den vergangenen Jahren waren wir bei Rock am Ring, beim Bonner Umsonst-Festival Rheinkultur, bei den Konzerten auf der Museumsmeile, beim Altstadtflohmarkt und beim Internationalen Begegnungsfest präsent. Des Weiteren erfreut sich unsere Filmreihe „Kino für Menschenrechte“ im Woki-Kino ungebrochener Beliebtheit. Unter anderem zeigten wir den Film „This Prison Where I Live“ über den burmesischen Komiker und politischen Aktivisten Zarganar, der aufgrund regierungskritischer Aktionen zu 35 Jahren Haft verurteilt worden war. Hier erreichte uns kurz nach der Vorführung die erfreuliche Nachricht über dessen Freilassung.

Wir betreuen seit diesem Jahr den Einzelfall des Studenten und politischen Aktivisten Majid Tavakkoli aus dem Iran. Dieser kritisierte das herrschende Regime und nahm damit sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahr. Daraufhin wurde er zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, die er nun unter menschenunwürdigen Bedingungen verbüßen muss. Amnesty International betrachtet Majid Tavakkoli als politischen Gefangenen. Wir fordern daher von den iranischen Behörden seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Zum Thema Iran organisierten wir im Rahmen des Dies Academicus der Universität Bonn zwei gut besuchte Vorträge. Der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad von der University of Westminster in London hielt einen Vortrag mit dem Titel „Weiterhin Interessenpolitik versus Menschenrechte? Rückblick und Lehren aus der westlichen Politik gegenüber Nordafrika und Westasien“. Außerdem sprach Maryam Ommy, ebenfalls von der University of Westminster, über „Alternative Media – A Tool for Women's Rights Movement“.

Ein anderer thematischer Schwerpunkt war in diesem Jahr Kindersoldaten, die weltweit immer noch im Einsatz sind. Nach Schätzungen der UN gibt es ca. 300.000 Kindersoldaten vor allem in Afrika, aber auch in Asien und vereinzelt in Südamerika. Aufgrund ihrer Wehrlosigkeit werden Kinder in bewaffneten Konflikten oft für besonders gefährliche Aufgaben wie zum Beispiel die Minensuche eingesetzt. Wenn sie nicht aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen müssen, leben sie in oft sklavenartigen Verhältnissen zum Beispiel als Holz- und Wasserträger. Wir setzen uns gegen diese massiven Rechtsverletzungen ein, indem wir uns an der Aktion Rote Hand beteiligen. Hierfür sammeln wir symbolische rote Handabdrücke, hinter denen die Forderungen stehen, Kinder unter 18 weder freiwillig noch zwangsweise zu rekrutieren; Personen, Staaten und Gruppen, die Kindersoldaten rekrutieren zu bestrafen sowie geflohenen Kindersoldaten Versorgung, Hilfe und Schutz zu gewähren. Die gesammelten Handabdrücke planen wir im kommenden Jahr an Bonner Bundestagsabgeordnete zu überreichen und dabei nachdrücklich auf die genannten Aspekte hinzuweisen.

Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit und des Zusammenkommens. Gerade in solchen Zeiten wird klar, wie wichtig es ist, die zu Unrecht Verurteilten in den Gefängnissen und Folterkammern dieser Welt nicht zu vergessen.

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Wir wünschen euch frohe Weihnachten und ein gesundes Jahr 2012.