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Kinder sind keine Soldaten

22.01.2012

Krieg ist kein Kinderspiel

"Ich muss mein Land verteidigen, weil meine Eltern es nicht mehr können. Sie sind tot". Die Worte entstammen nicht etwa einem Drehbuch eines Hollywood-Kriegsfilmes, sie sind traurige Realität. Gesprochen von einem 8-jährigen Jungen. Tatort Kongo: Im Osten des afrikanischen Landes herrscht ein erbitterter Bürgerkrieg. Die Verluste sind hoch, Frieden ist nicht in Sicht. Die Eltern des Jungen hat man vor seinen Augen umgebracht, die Armee und der Wunsch nach Rache sind das letzte, was ihm geblieben ist.

Dieser traurige Einzelfall steht stellvertretend für insgesamt über 250.000 Kinder, die teils freiwillig, teils unter Zwang in Kampfhandlungen eingesetzt werden. Weiterhin als Minenräumer, als Boten, als Soldaten und Missbrauchsopfer.

Nicht nur im Kongo, auch in vielen anderen Ländern wie der Elfenbeinküste, Kolumbien oder Indien werden Kinder als billiges Menschenmaterial missbraucht. Trauriger Rekordhalter ist Myanmar, deren Armee ca. 77.000 Kinder zählt.

Die Kinder werden unter Drogen gesetzt oder unter Androhung von Gewalt gefügig gemacht. Sie sind vielfach ein Leben lang traumatisiert, haben keine Schulausbildung, keine Zukunft. Die Mädchen unter den Kindersoldaten werden oftmals sexuell missbraucht und den erwachsenen Kämpfern als Bräute übergeben.

2003 entstand ein breites Bündnis von mehreren Organisation, die sich gegen den weltweiten Missbrauch von Kindern in Kriegen und gewalttätigen Konflikten engagiert und auf die Problematik aufmerksam macht: Die Aktion Rote Hand.

Die teilnehmenden Bündnispartner, darunter auch Amnesty International fordern u.a., dass Kinder unter 18 Jahren nicht in militärischen Verbänden eingesetzt werden dürfen und Regierungen, die Kinder als Soldaten rekrutieren, vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Auch muss ehemaligen Kindersoldaten politisches Asyl gewährt werden, was bislang nicht immer der Fall ist. Ihnen droht, auch in Deutschland, oftmals die Abschiebung.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, sammelt das Bündnis rote Handabdrücke von BürgerInnen, die am 12.Februar, dem sog. Red Hand Day, gebündelt an Prominente und Politiker überreicht werden. Weltweit wurden bislang 368.933 rote Hände gesammelt und übergeben.

Dass der farbenfrohe Protest nicht umsonst ist, zeigt der Prozess gegen zwei kongolesische Generäle und den ehemaligen Präsidenten Liberias, die sich seit 2008 vor dem int. Strafgerichtshof in Den Haag für den Einsatz von Kindersoldaten verantworten müssen.

Auch die Bonner Amnesty Intenational Hochschulgruppe hat es sich auf die Fahnen geschrieben, sich nicht mit dem Status Quo zufrieden zu geben:

Am 12.Febraur 2012 wird man die bisher gesammelten 253 roten Handabdrücke den Politikern Katja Dörner (Die Grünen), Ulrich Kelber (SPD) und Paul Schäfer (Die Linke) mit der Bitte übergeben, sich verstärkt für die Ächtung des Missbrauchs von Kinder als Soldaten einzusetzen. Gleichzeitig wird der Amnesty International Deutschland-Experte für Kindersoldaten, Christof Reinders, zu dem Thema referieren.

Auch wenn bereits 253 Bonner und Bonnerinnen, Kinder wie Erwachsene, durch ihren Handabdruck ein klares Votum gegen den unmenschlichen Einsatz von Kindersoldaten abgegeben haben, ist jedem klar: Es gibt noch viel zu tun. Denn:

Krieg ist kein Kinderspiel und Kinder sind keine Soldaten !